Startseite Aktuelles Postaktuell BPS Stellungnahme
Rundbrief 3/09Rundbrief 3/09
Gehrden/Bonn, im Mai 2009
Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. informiert:
Stellungnahme des BPS zur Früherkennung und zum PSA-Test
In einigen Presseorganen (Spiegel, HÖRZU, Frankfurter Allgemeine Zeitung, etc.) wurde in den letzten Wochen der Wert der Früherkennung inklusive dem PSA Test bezweifelt und auch als eher gefährlich für Männer beschrieben. Daraufhin hat der BPS dem Spiegel eine Stellungnahme per Leserbrief zugesandt:
„Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V rät Männern ab dem 45. Lebensjahr zur Früherkennungsuntersuchung zu gehen. Männer in deren Blutsverwandtschaft Prostata- oder Brustkrebs vorkommt, sollten bereits ab dem 40. Lebensjahr zu dieser Untersuchung gehen. Hierbei sollte unbedingt die Menge des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut bestimmt werden. Denn mit Hilfe des PSA Wertes kann ein Anfangsverdacht auf Prostatakrebs im Frühstadium ermittelt werden. Weil PSA jedoch von gesunden wie auch von entarteten Prostatazellen produziert wird, ist eine fachmännische Interpretation des PSA Tests notwendig. Zur Vermeidung von Fehldiagnosen empfiehlt der BPS deshalb den Vergleich mehrerer sequentieller PSAMesswerte und eine Beobachtung der Geschwindigkeit des PSA Anstiegs.
Kritiker des PSA Testes begründen ihre Ablehnung mit unnötigen Diagnosen und Therapien. Diese Sichtweise entbehrt jeglicher Logik und gefährdet Menschenleben. Gerade die sachgemäße Handhabung des PSA-Tests trägt wesentlich zur Unterscheidung gefährlicher von nicht oder noch nicht der Behandlung bedürfenden Formen der Erkrankung der Prostata bei. jeder verantwortliche Arzt wird deshalb den PSA Test und die Beobachtung der PSA Entwicklung zum Wohle seiner Patienten nutzen.
Ebenfalls keine stichhaltigen Argumente gegen die Früherkennungsuntersuchung ist das Vorkommen von Formen des Prostatakrebses, die nach heutigem Wissensstand mit kurativer Absicht therapiert werden sollten sich aber im Verlauf als nicht heilbar erv,eisem Viele ehr.Ist das ein überdeutliches Indiz für unzureichendes heutiges Wissen und für die Notwendigkeit verstärkter Forschung am Prostatakrebs. Nur durch mehr und bessere Forschung wird die Zahl der 12.000 jährlich an Prostatakrebs sterbender Männer verringert werden können. Mit weniger Früherkennungsuntersuchungen wird es jedenfalls nicht gelingen.
Vielleicht könnte Ihre Zeitschrift auch einmal über die Organisation der Prostatakrebs Forschung in Deutschland und Europa berichten. Der BPS und seine über 200 Selbsthilfegruppen hätten daran größtes Interesse und könnten zu diesem Thema Informationen beisteuern."
Dieser Rundbrief ist eine Publikation des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS), Alte Straße 4, 30989 Gehrden.
Verantwortlich für den Inhalt des Rundbriefes sind Andrea Spakowski und Günter Feick.

|